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Verlorener Zug
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Als der Verlorene Zug, der Verlorene Transport oder Zug der Verlorenen wird der letzte von drei ZĂŒgen bezeichnet, mit denen wĂ€hrend der Zeit des Nationalsozialismus in der Endphase des Zweiten Weltkrieges HĂ€ftlinge vom Konzentrationslager Bergen-Belsen abtransportiert wurden, als sich die britischen Truppen dem Lager nĂ€herten. Dazu wurden zwischen dem 6. und 11. April 1945 drei TransportzĂŒge mit insgesamt rund 6800 von der SS „Austauschjuden“ genannten Personen, de facto Geiseln, zusammengestellt und zur Abfahrt gebracht.cite-ref-1[1] Deren Fahrtziel sollte das Konzentrationslager Theresienstadt auf dem Gebiet des Protektorats Böhmen und MĂ€hren sein.

Der letzte dieser ZĂŒge, mit ursprĂŒnglich 2400 HĂ€ftlingen, hielt schließlich nach einer Irrfahrt durch noch unbesetzte Teile Deutschlands in der NĂ€he der brandenburgischen Gemeinde Tröbitz auf offener Strecke an. Am 23. April 1945 fanden vorrĂŒckende Truppen der Roten Armee den Zug und befreiten die HĂ€ftlinge aus den Waggons. Etwa 200 von ihnen hatten die Fahrt nicht ĂŒberlebt. In den nachfolgenden Wochen starben weitere 320 Menschen an den Nachwirkungen des Todestransports durch eine Epidemie.

Contents

‱ Schicksale
‱ Tote
‱ Literatur
‱ Weblinks

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Chronologie

| Überlieferte Fahrtstrecke des Zuges [ 2 ] [ 3 ] [ 4 ] [ 5 ] [ 6 ] | Überlieferte Fahrtstrecke des Zuges [ 2 ] [ 3 ] [ 4 ] [ 5 ] [ 6 ] |
|---|---|
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Die drei Transporte

Der ReichsfĂŒhrer SS, Heinrich Himmler, hatte im MĂ€rz 1944 befohlen, im Falle des VorrĂŒckens des Feindes auf die Konzentrationslager diese unter Leitung höherer regionaler SS- und PolizeifĂŒhrer evakuieren zu lassen.cite-ref-7[7] Bei AnnĂ€herung feindlicher Truppen wurden KZ-HĂ€ftlinge von der SS zu TodesmĂ€rschen gezwungen oder teils auch mit ZĂŒgen zu anderen Orten und Lagern abtransportiert. Eines der Ziele war Bergen-Belsen, das bald völlig ĂŒberfĂŒllt war.

In diesem Lager waren seit 1943 ausgewĂ€hlte jĂŒdische HĂ€ftlinge – teils mit der gesamten Familie – interniert worden, wenn sie die Staatsangehörigkeit neutraler oder gegnerischer Staaten besaßen oder besondere Verbindungen dorthin hatten. Als internierte „Austauschjuden“ sollten sie gegen deutsche Zivilinternierte oder durch Devisenzahlung ausgelöst werden und das Wohlverhalten neutraler Staaten bewirken. Als die britischen Truppen sich dem Konzentrationslager Bergen-Belsen im Landkreis Celle nĂ€herten, wurden fĂŒr diese insgesamt 6800 Personen vom 6. bis 11. April 1945 drei ZĂŒge mit etwa 45 Waggons (teils Ă€ltere Personenwagen dritter Klasse, teils GĂŒterwagen) zusammengestellt, um sie in das Konzentrationslager Theresienstadt zu ĂŒberfĂŒhren. Eine RĂ€umung des gesamten Lagers war nicht vorgesehen: Mit EinverstĂ€ndnis Himmlers kam es am 12. April 1945 zu einem lokalen Waffenstillstandsabkommencite-ref-8[8], und das ĂŒberfĂŒllte Lager wurde am 15. April 1945 der Britischen Armee ĂŒbergeben.

Der erste dieser Transporte mit 2500 Menschen fuhr am 6. April 1945 vom Lagerbahnhof in Bergen-Belsen ab. Seine Fahrtroute verlief sĂŒdlich sowie westlich der Elbe ĂŒber Uelzen, Salzwedel und Stendal. Ein weiterer Transport mit 179 Menschen am Folgetag erhielt Anschluss an den ersten Transport.cite-ref-bebe-9-0[9] Am 13. April 1945 wurde er in der NĂ€he der Orte Farsleben und Zielitzcite-ref-10[10] bei Magdeburg von amerikanischen Truppen befreit.cite-ref-11[11]

Ein zweiter Transportzug mit 1712 Menschen, in welchem sich hauptsĂ€chlich ungarische Juden befanden, verließ am 9. April 1945 Bergen-Belsencite-ref-bebe-9-1[9] und erreichte nach zweiwöchiger Fahrt am 21. April 1945 das Ziel TerezĂ­n/KZ Theresienstadt. Das weitere Schicksal der Abtransportierten ist nicht bekannt. Das KZ Theresienstadt wurde am 8. Mai 1945 von der Roten Armee befreit.

Fahrt des Verlorenen Zuges von Bergen-Belsen bis Tröbitz

Der letzte dieser drei TodeszĂŒge mit 2400 Menschen wurde am 9. April 1945 auf dem Lagerbahnhof mit 24 Ă€lteren Personenwagen dritter Klasse sowie 22 GĂŒterwagen zusammengestellt und verließ in der Nacht zum 11. April 1945 das mit Typhus verseuchte KZ Bergen-Belsen, nur fĂŒnf Tage vor dessen Befreiung.cite-ref-bebe-9-2[9] Im Zug befanden sich jĂŒdische MĂ€nner, Frauen und Kinder aus mehr als zwölf Nationen.

Es begann eine qualvolle Fahrt durch weite Teile des noch unbesetzten Deutschlands. Der Transport setzte sich zuerst ĂŒber Soltau, LĂŒneburg und BĂŒchen in Bewegung, dann in Richtung Berlin, wo er am 18. April 1945 eintraf. Ab Berlin-Spandau fuhr der Zug ĂŒber Siemensstadt-FĂŒrstenbrunn und den SĂŒdring bis nach Neukölln und ĂŒber die Verbindungsbahn in Richtung Berlin-Baumschulenweg. Die Durchquerung des schwer zerstörten Berlins dauerte lĂ€nger als einen Tag. Von hier fuhr er auf der Bahnstrecke Berlin–Görlitz weiter sĂŒdwĂ€rts ĂŒber Königs Wusterhausen, LĂŒbben und LĂŒbbenau nach Senftenberg. Auf der Schippchenbahn fuhr der Zug nach Schipkau, wo er in der NĂ€he der Autobahn Berlin–Dresden einen zweitĂ€gigen Zwischenstopp hatte und die Fahrt wegen der nur noch dreißig Kilometer entfernten, von Osten heranrĂŒckenden Front fast zu Ende schien. Nachfolgend ging es ĂŒber Finsterwalde und Doberlug-Kirchhain in Richtung Falkenberg.cite-ref-12[12]

In den letzten Kriegstagen fuhr der Zug durch den immer enger werdenden nicht besetzten Korridor in Mitteldeutschland. WĂ€hrend seiner Fahrt wurde er durch tieffliegende Flugzeuge mit Maschinengewehrfeuer und Bomben angegriffen, was auch zu Todesopfern im Zug fĂŒhrte. Daraufhin befahl der ZugfĂŒhrer, die Waggons mit allen auffindbaren weißen Laken und TĂŒchern zu bespannen (vgl. ParlamentĂ€rsflagge).

Dreimal kam es wĂ€hrend der Fahrt zu einem Zusammentreffen mit dem zweiten Transportzug, dessen Fahrstrecke bis kurz vor Berlin identisch war: das erste Mal bei LĂŒneburg, dann bei Hagenow und am 17. April kurz vor Berlin. In der vorhergehenden Nacht wurde der zweite Zug bei einem Luftangriff schwer getroffen, was ĂŒber 50 Tote und ungefĂ€hr 250 Verletzte unter seinen Insassen zur Folge hatte.

Beim dritten und letzten Transportzug kam es durch die katastrophalen sanitĂ€ren und hygienischen VerhĂ€ltnisse schließlich zu einer Fleckfieber-Epidemie unter den geschwĂ€chten und teils schwerkranken HĂ€ftlingen. Viele starben wĂ€hrend der Fahrt an Krankheiten oder Hunger. Wenn der Zug hielt, wurden die WaggontĂŒren geöffnet, die Toten ausgeladen und neben den Gleisen verscharrt.

Am 20. oder 21. April 1945 rollte der Zug, an dem weiße Fahnen flatterten, in Richtung Falkenberg/Elster durch Tröbitz und blieb vor der inzwischen gesprengten ElsterbrĂŒcke nahe dem Dorf Langennaundorf bei Kilometer 101,6 stehen. Am 22. April 1945 wurden dort 16 Tote in einem Sammelgrab beerdigt. An der Stelle wurde im Jahre 1989 eine GedenkstĂ€tte errichtet.

Am 23. April 1945 morgens fanden die vorrĂŒckenden Truppen der 1. Ukrainischen Front der Roten Armee den Transport unweit von Tröbitz bei Kilometer 106,7. Dorthin war der geteilte Zug am Vortag mit einer kleinen Lokomotive der Beutersitzer Braunkohlenwerke auf Verlangen der Wehrmacht noch gebracht worden, da man an der nahegelegenen Reichsstraße 101 mit Kampfhandlungen rechnete und sich ein Teil des Wachpersonals mit der Lok, die den Zug schob, bereits in Richtung Doberlug-Kirchhain abgesetzt hatte.cite-ref-13[13] Den sowjetischen Soldaten bot sich ein schreckliches Bild, da in vielen Waggons Tote inmitten von Überlebenden lagen. 28 Menschen wurden an Ort und Stelle beigesetzt. Am Ende waren 198 Menschen wĂ€hrend der Fahrt gestorben.cite-ref-14[14]

Die Zeit nach der Befreiung

Die Überlebenden des Transportes hatten auch nach der Befreiung weiter zu leiden. Die Schwerkranken verblieben zunĂ€chst im Zug, welcher am 24. April 1945 bis zur Blockstelle der Grube Hansa am Bahnkilometer 108,9 abermals umgesetzt wurde, da es von hier aus der kĂŒrzeste Weg zum Tröbitzer Nordfeld war, wo ein notdĂŒrftiges Lazarett eingerichtet wurde. Hier wurden noch einmal 26 inzwischen Verstorbene am Bahndamm beigesetzt.

Die Bergarbeitergemeinde Tröbitz mit ihren damals etwa 700 Einwohnern sah sich plötzlich mit rund 2000 ausgehungerten todkranken Menschen konfrontiert, denen schnell geholfen werden musste. Viele Tröbitzer leisteten Hilfe, und Angehörige der Roten Armee leiteten Maßnahmen ein, um die Not der Menschen zu lindern sowie eine Ausbreitung der im Zug bereits aktiven Fleckfieber-Epidemie zu verhindern. Die sowjetische Besatzungsmacht richtete ihre Kommandantur in einem GebĂ€ude in der Tröbitzer Hauptstraße ein.cite-ref-15[15]

Diejenigen Überlebenden des Transports, die noch krĂ€ftig genug waren, bildeten ein Komitee, welches die Verteilung der von der Roten Armee gelieferten Lebensmittel und die Unterbringung in einem ehemaligen Barackenlager fĂŒr Zwangsarbeiter, dem Nordfeld, sowie die Beerdigungen an verschiedenen GrabstĂ€tten organisierte. Das im Nordfeld eingerichtete Lazarett wurde von sowjetischen Ärzten geleitet. JĂŒdische Ärzte – bis dato selbst Gefangene – halfen bei der Pflege und Behandlung der Kranken. Einige erkrankten selbst und starben, wie die Namenstafeln auf dem jĂŒdischen Friedhof in Tröbitz belegen. MĂ€dchen und Frauen aus dem Ort wurden als Pflegepersonal eingesetzt.

„Das ‚Krankenhaus‘ war unglaublich schmutzig und verwahrlost. Die geschwĂ€chten Leute lagen auf dem Fußboden eines großen Raumes, und niemand wußte, woher man Matratzen oder Betten nehmen sollte.“

–

Renata Laqueur

Es dauerte acht Wochen, bis die Typhus-Epidemie zum Stillstand kam. Bis dahin starben weitere 320 MĂ€nner, Frauen und Kinder.cite-ref-17[17] Unter ihnen befanden sich auch 26 Tröbitzer, die sich angesteckt hatten. Die letzte Tote des Transportes, die NiederlĂ€nderin Klara Miller, wurde am 21. Juni 1945 auf dem jĂŒdischen Friedhof beerdigt.

Zwei ehemalige HĂ€ftlinge, Menachem und Mirjam Pinkhof, die den Transport ĂŒberlebt hatten, fuhren am 13. Mai 1945 mit FahrrĂ€dern in Tröbitz los, um in ihre niederlĂ€ndische Heimat zurĂŒckzukehren. Noch bevor sie am 9. Juni 1945 die niederlĂ€ndische Grenze passierten, ĂŒbergaben sie am 18. Mai 1945 im sĂ€chsischen Delitzsch den Amerikanern ein Memorandum fĂŒr das Außenministerium in Den Haag, in dem sie ĂŒber den dritten Zug und den Zustand der Geretteten berichteten. Durch sie erfuhren die westlichen Alliierten von dem „Verlorenen Transport“ aus dem KZ Bergen-Belsen. Daraufhin nahmen amerikanische Verbindungsoffiziere Kontakt zu sowjetischen Armeestellen auf und fuhren nach Tröbitz, um den Wahrheitsgehalt zu prĂŒfen und die Repatriierung einzuleiten. Bereits vor Ablauf der vierwöchigen QuarantĂ€ne begann am 16. Juni 1945 die RĂŒckfĂŒhrung der Überlebenden. Bis Ende August 1945 hatten dann, bis auf eine Familie, alle den Ort wieder verlassen.cite-ref-18[18]cite-ref-19[19]

Schicksale

Überlebende

Einige der Überlebenden berichteten spĂ€ter ĂŒber ihre Erlebnisse oder kamen nach Tröbitz, dem Ort der Befreiung, zurĂŒck. Ansprechpartner war hier meistens Erika Arlt (1926–2015) aus Tröbitz, die den Weitgereisten oft Gastfreundschaft bot. Innerhalb vieler Jahre hat sie die Schicksale der Menschen aus dem Todeszug erforscht und darĂŒber Mitte der 1990er Jahre eine informative Schrift veröffentlicht. Am 2. Juni 1997 wurde ihr durch den BundesprĂ€sidenten Roman Herzog das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen. Auch Arlts Ehemann Richard war bis zu seinem Tode stark in die Erforschung und Dokumentation der Ereignisse involviert.

Einige der Überlebenden sind:

‱ Menachem und Mirjam Pinkhof – sie ĂŒbergaben dem AuswĂ€rtigen Amt in Den Haag das Memorandum.
‱ Die Schwestern Hannah (eine Schulfreundin von Anne Frank) und „Gabi“ Rachel Goslar – sie gelangten mit Hilfe von Otto Frank spĂ€ter in die Schweiz.
‱ Renata Laqueur – die 2011 verstorbene Tochter von Ernst Laqueur war Sprach- und Literaturwissenschaftlerin.
‱ Richard Bleiweißcite-ref-20[20] – er besuchte 1993 die GedenkstĂ€tte Langennaundorf.
‱ Abel J. Herzberg – der niederlĂ€ndische Anwalt und Schriftsteller veröffentlichte 1950 das Buch Zweistromland, in dem er ĂŒber seine Erlebnisse in Bergen-Belsen berichtete. Er starb 1989 in Amsterdam.cite-ref-21[21]
‱ Jupp Weiss – der JudenĂ€lteste von Bergen-Belsen schmuggelte die vielen Namenslisten aus dem Lager Bergen-Belsen, ĂŒber die das Schicksal von Anne Frank und ihrer Schwester Margot bekannt wurde. Seine Frau Erna verstarb wenige Wochen nach der Befreiung am Fleckfieber.cite-ref-22[22]
‱ Ernst Leffmann – der deutsche Jurist flĂŒchtete 1933 nach Arnhem. Dort wurde er 1943 mit seiner Familie verhaftet und zunĂ€chst ins Durchgangslager Westerbork und spĂ€ter ins KZ Bergen-Belsen verschleppt. Er und seine Familie ĂŒberlebten die Zugfahrt und kehrten nach der Befreiung nach Arnhem zurĂŒck.cite-ref-23[23]

Aussagen ĂŒber das Leben im Zug

„Der Waggon, in dem ich mich befand, schien ein umgebauter GĂŒterwaggon zu sein. Die Fenster ließen sich ein wenig öffnen, und er besaß eine Toilette. SiebenundfĂŒnfzig Menschen hatte man in diesem Wagen zusammengepfercht, der ein sogenannter ‚Krankenwagen‘ war. Hier lagen Kranke mit Flecktyphus, Pleuritis (RippenfellentzĂŒndung), offenen, eiternden Wunden und TBC. Alle mehr oder weniger entstellt durch Ödeme, alle völlig verlaust. Dreißig von uns konnten mit angezogenen Knien auf dem Boden liegen, die restlichen siebenundzwanzig mußten sitzen.“

–

Renata Laqueur

„Die Nacht ist eine Hölle. [
] Die schon nicht geringe AggressivitĂ€t wird noch grĂ¶ĂŸer. In unserem Waggon, in dem es 48 SitzplĂ€tze gibt, mĂŒssen zweiundsechzig Personen hausen und schlafen. Gestern abend bekamen wir Margarine. Ein ganzes Pfund fĂŒr vier Personen und fĂŒr vier Tage. Das ist relativ viel, und wir sind nicht unzufrieden.“

–

Abel J. Herzberg

„Wenn der Zug hielt, durften Leute, die noch krĂ€ftig genug waren, hinaus, um Wasser aus dem Fluss zu trinken. Meine Mutter erinnert sich, dass sie einen Topf genommen hat und damit das Wasser aus der Lokomotive gesammelt hat. Dieser Topf war auch schon zu anderen Zwecken genutzt worden. Und immer, wenn der Zug gehalten hat, wurden die Toten entlang der Schienen begraben.“

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Marion Blumenthal-Lazan

Felix Hermann Oestreicher beschrieb in seinem Tagebuch die Stimmung unmittelbar nach der Befreiung mit folgendem Vers:

Im Frieden – April 1945
Ganz langsam schleichen wir dahin,
Ganz langsam Friedensfreude kommt
In uns nicht auf. Zu lange sind wir
Geknechtet und gedrĂŒckt im Kampf,
Noch nicht vergessen ist die Fron,
Der Hunger, Dreck, das schlechte Bett.
Doch sehen wir ein bekannt’ Gesicht
Dann lĂ€chelt unser stiller Gruß:
Du lebst noch! Das ist schön, sehr schön.

cite-ref-27[27]

Tote

Insgesamt forderte der dritte und letzte Abtransport von HĂ€ftlingen aus dem KZ Bergen-Belsen mit dem Verlorenen Zug ĂŒber 550 Tote. Sie stammten aus Albanien, Frankreich, Jugoslawien, Polen, Paraguay, Montenegro, Ecuador, Griechenland, den Niederlanden, Peru, El Salvador, Ungarn und Deutschland. Einige waren staatenlos. Beerdigt wurden sie an den PlĂ€tzen der heutigen GedenkstĂ€tten oder einfach in der NĂ€he der Bahngleise. SpĂ€ter sind einige der Toten umgebettet worden. Die genaue Anzahl der Opfer wird wahrscheinlich nie geklĂ€rt werden können.cite-ref-28[28]

Der jĂŒdisch-niederlĂ€ndische Verbandspolitiker und Journalist Werner Leviecite-ref-29[29] (* 27. MĂ€rz 1903) lebte vor seiner Ausreise 1939 in die Niederlande in Berlin und nahm am öffentlichen und kulturellen Leben unter anderem als MitgrĂŒnder der Berliner JĂŒdischen Zeitung und GeneralsekretĂ€r des Reichsverbandes der jĂŒdischen KulturbĂŒnde in Deutschland teil. Levie wurde seit Juni 1943 mit seiner Frau und zwei Töchtern im hollĂ€ndischen Lager Westerbork festgehalten und Anfang 1944 in das KZ Bergen-Belsen ĂŒberfĂŒhrt. Werner Levie starb nach der Zugfahrt am 26. Mai 1945 in Tröbitz an Fleckfieber.

Ebenfalls aus den Niederlanden stammten der Leiter der Apeldoorner Klinik Het Apeldoornsche Bosch, Jacques Lobstein und seine Frau Alegonda. Het Apeldoornsche Bosch war eine seit 1908 bestehende psychiatrische Klinik fĂŒr jĂŒdische Patienten, welche im Januar 1943 gewaltsam aufgelöst und deren ĂŒber 1200 Patienten und PflegekrĂ€fte fast alle im Zuge des Holocaust ermordet wurden. Die Lobsteins starben ebenso, wie Leo de Wolff (Mitglied des Amsterdamer Judenrats), im April/Mai 1945 in Tröbitz.cite-ref-erika-arlt-2-30-0[30]

Ein nicht ĂŒberlebender Gefangener im Zug war Robert Emanuel Heilbut. Er starb am 22. April 1945 an Fleckfieber. Seine NotizbĂŒcher mit Noten und Liedtexten ĂŒber seine Erlebnisse in Amsterdam, Westerbork und Bergen-Belsen konnten gerettet werden.

Unter den Verstorbenen war auch der Rabbiner Zvi Koretz, der frĂŒhere Oberrabbiner von Thessaloniki in Griechenland. Seine Rolle als PrĂ€sident des Judenrates von Saloniki bei der Deportation der dortigen jĂŒdischen Gemeinde im MĂ€rz/April 1943 ist umstritten. Er wurde im August 1943 in das KZ Bergen-Belsen deportiert. Er gehörte zu den HĂ€ftlingen, die im April 1945 nach Theresienstadt transportiert werden sollten und gelangte als Insasse des Verlorenen Zuges nach Tröbitz, wo er kurze Zeit nach seiner Befreiung am 3. Juni 1945 an Fleckfieber starb.

Gedenken und Aufarbeitung

GedenkstÀtten in Tröbitz

Bereits im Sommer 1945 gab es VorschlĂ€ge und erste AktivitĂ€ten, um eine GedenkstĂ€tte fĂŒr die Opfer des Verlorenen Zuges zu errichten. Die jĂŒdischen Überlebenden machten VorschlĂ€ge fĂŒr die Inschriften auf den Tafeln der MassengrĂ€ber, welche jedoch nicht die Zustimmung der sowjetischen Kommandanten bekamen.

Aufgrund der hohen Anzahl der Opfer wurde Tröbitz als Endpunkt der Fahrt und mit den dort spĂ€ter entstandenen Grabanlagen und GedenkstĂ€tten zum Hauptort des Gedenkens an den Verlorenen Zug. Angehörige der Toten aus verschiedenen LĂ€ndern kommen zu Besuch, legen dort nach jĂŒdischem Brauch kleine Steine an den Grabstellen nieder und sprechen ein Gebet.

Der jĂŒdische Friedhof

Der 1945 eingerichtete jĂŒdische Friedhof befindet sich unmittelbar hinter der rechten Mauer des christlichen Friedhofs von Tröbitz. Dort fanden 125 Opfer aus dem Verlorenen Zug, die in den HĂ€usern des Ortes gestorben waren, ihre letzte Ruhe. 1947 wurden im Auftrag der französischen Umbettungsmission 43 der dort beigesetzten Toten exhumiert und in ihre HeimatlĂ€nder ĂŒberfĂŒhrt. Die verbliebenen GrĂ€ber erhielten Grabplatten mit den Namen und Daten der Toten und wurden eingefasst. 1966 wurde der jĂŒdische Friedhof von GĂ€rtnermeister Manfred Rautenstrauch aus Finsterwalde (als dessen MeisterstĂŒck) neu gestaltet.cite-ref-31[31] Am 4. September 1966 wurde der Friedhof dann zur Mahn- und GedenkstĂ€tte bzw. zum jĂŒdischen Ehrenfriedhof erklĂ€rt und von Rabbinern eingeweiht. Zwei Davidsterne kennzeichnen das Eingangstor zum Friedhof in Tröbitz.

Auf einem zu diesem Anlass aus Sandstein angefertigten Gedenkstein steht:

„Zum GedĂ€chtnis an die jĂŒdischen MĂ€nner und Frauen, die noch 1945 in Tröbitz dem mörderischen Faschismus erlagen, wurde dieser Stein als Mahnung fĂŒr die Lebenden gesetzt.“

In Israel grĂŒndete sich die Organisation „The Lost Transport, Victims Memorial Society; Bergen Belsen-Tröbitz (1945)“. Ihr Ziel war es, auf dem jĂŒdischen Friedhof in Tröbitz eine Gedenkwand aufzustellen, an der alle bekannten Namen der Toten des Transports aufgezeigt werden sollten. Ein Jerusalemer Steinmetz fertigte schwarze Granitplatten mit insgesamt ĂŒber 550 bekannten Namen, und diese wurden an der in Tröbitz errichteten 10 m langen Mauer angebracht. Zum 50. Jahrestag des Verlorenen Transports wurde sie am 27. April 1995 wĂ€hrend einer Gedenkfeier, an der auch ĂŒber 200 Angehörige und Überlebende teilnahmen, enthĂŒllt. Begleitend wurde im Tröbitzer GemeindebĂŒro eine Gedenkausstellung mit Fotos, Briefen und Ortsbeschreibungen gezeigt, die von SchĂŒlern des Finsterwalder SĂ€ngerstadt-Gymnasiums im Rahmen einer Projektarbeit vorbereitet und organisiert wurde. Der Journalist Hans-JĂŒrgen Hermel begleitete eine der Besuchergruppen mit seiner Kamera und fĂŒhrte unter anderem Interviews mit Überlebenden, Zeitzeugen und Erika Arlt. 1999 veröffentlichte er die Filmdokumentation Der verlorene Zug. Auf den RĂ€dern der Reichsbahn durch die Hölle.

Auf den Schrifttafeln in deutscher und hebrÀischer Sprache steht:

GedenkstÀtte des Holocaust neben der evangelischen Kirche

1952 wurde neben der evangelischen Kirche in Tröbitz eine Mahn- und GedenkstÀtte errichtet, die am 11. April als GedenkstÀtte des Holocaust eingeweiht wurde. Dort ruhen insgesamt 160 Tote, wovon 134 aus einem Massengrab in einer Grube am Nordfeld stammen, sowie 26 aus einem Massengrab an der Blockstelle der Grube Hansa. Diese Leichen wurden 1951 exhumiert und umgebettet.

Mittelpunkt der Anlage ist eine Tafel auf einer gemauerten Wand, welche folgende Inschrift trÀgt:

„Wir ehren Euch / Unsere Toten / Die BannertrĂ€ger / Namenloser Kameraden“

Im Jahre 1995 kamen zwei Tafeln in deutscher und hebrĂ€ischer Sprache hinzu, die links und rechts eines kleinen Weges stehen, welcher zur Gedenkwand fĂŒhrt und neben dem die Toten ruhen. Auf der deutschsprachigen Gedenktafel der GedenkstĂ€tte des Holocaust ist zu lesen:

„Hier ruhen 160 jĂŒdische Opfer des verlorenen Transportes aus Bergen-Belsen von 1945“

Weitere GedenkstÀtten in Tröbitz

Die Ausstellung „Halle des Erinnerns“ wurde im Rahmen eines ABM-Projektes erstellt und Ende 1998 in der Tröbitzer Schule eröffnet. Nachdem die Schule in private TrĂ€gerschaft ĂŒbergegangen war, erwarb die Gemeinde Tröbitz das 1978 erbaute GebĂ€ude der einstigen Neuapostolischen Kirche, wohin die Ausstellung, welche zahlreiche Bilder, Unterlagen, Dokumente und Exponate enthĂ€lt, Ende 2008 umzog.cite-ref-32[32]

Außerdem befindet sich am Tröbitzer Nordfeld ein weiterer Gedenkstein fĂŒr die Opfer des Verlorenen Zuges.

JĂŒdische GedenkstĂ€tte in Schipkau

Am 25. April 2003 wurde bei Schipkau am Ort eines zweitĂ€gigen Zwischenstopps des Zuges eine GrĂ€berstĂ€tte mit einem Stein zum Gedenken an die jĂŒdischen Opfer eingeweiht. 51 Tote wurden im April 1945 in der NĂ€he der Gemeinde begraben. Diese Grabanlagen wurden spĂ€ter von einem HollĂ€nder, der eine Totenliste erstellte, so beschrieben:

1. „Die Toten mit den Nummern 62 bis 85 sind auf dem Bahnabschnitt Senftenberg – Schipkau 300 Meter vor der EisenbahnbrĂŒcke im Dorf Schipkau, an der SĂŒdseite der Eisenbahnschienen ungefĂ€hr 30 Meter von der Weiche.“
2. „Die Toten mit den Nummern 86 bis 102 auf demselben Platz ungefĂ€hr 350 Meter von der EisenbahnbrĂŒcke entfernt. Hier geht es um die Wegkreuzung, liegend an der Reichsautobahn Dresden – Berlin.“
3. „Die Toten mit der Nummer 103 bis 112 sind vor Schipkau an der Nordseite der Eisenbahnschienen ungefĂ€hr 350 Meter vor dem Tunnel, vier Meter von der Eisenbahnschiene am Rand vom Busch begraben.“cite-ref-33[33]

GedenkstÀtte Langennaundorf

Die GedenkstĂ€tte Langennaundorf befindet sich im Wald unmittelbar am Bahndamm Kilometerstein 101,6 der Bahnstrecke Cottbus–Falkenberg/Elster. Dort war der Zug am 20. April 1945 vor der durch einen Luftangriff zerstörten ElsterbrĂŒcke stehengeblieben. Neben den Gleisen wurden 16 Tote aus dem Zug in einem Massengrab beigesetzt. Am 23. April 1989 wurde die GedenkstĂ€tte fĂŒr die jĂŒdischen Opfer des Faschismus eingeweiht.

Auf einem großen Naturstein ist zu lesen:

„In ehrendem Gedenken / den jĂŒdischen Opfern / des Faschismus / 22. April 1945“

GedenkstÀtte Wildgrube

In der NĂ€he von Wildgrube wurde 1975 ein Gedenkstein am Bahnkilometer 106,7 aufgestellt, wo sich ein Massengrab befindet. Einwohner hatten erst 1974 davon berichtet, dass sie dort Ende April 1945 auf Anweisung der Roten Armee vermeintlich 17 Tote aus dem Zug im Schneewald beerdigt hatten. Die Stelle war damals mit Feldsteinen markiert worden und dann fĂŒr Jahrzehnte in Vergessenheit geraten. Nach spĂ€ter aufgefundenen Namenslisten sind es aber 28 Menschen, die dort begraben liegen.cite-ref-34[34]

Auf dem Gedenkstein ist zu lesen:

„ZUM GEDENKEN / DER HIER RUHENDEN / 17 JÜDISCHEN BÜRGER / DIE EIN OPFER / DES FASCHISMUS WURDEN“

Schilda, Riesa und MĂŒhlberg

Im Tröbitzer Nachbarort Schilda wurden 11 Menschen aus dem Verlorenen Zug beigesetzt, welche nach der Befreiung an den Folgen des Transports starben. 1951 exhumierte man sechs NiederlĂ€nder sowie einen EnglĂ€nder und ĂŒberfĂŒhrte sie in ihre HeimatlĂ€nder. Verblieben sind die GrĂ€ber von zwei ungarischen JĂŒdinnen, einem ungarischen Juden und einer staatenlosen JĂŒdin. Auf ihren Grabstellen befinden sich sogenannte Kissensteine, die mit den Namen und Daten der dort Beerdigten versehen sind (Hedwig Aschner, Gisela Deutsch, Seron Gros, Kornelia Heumann).

Im sÀchsischen Riesa befinden sich die GrÀber von 15 Personen, die nach der Befreiung des Zuges in das dortige Krankenhaus gebracht wurden und verstarben.

Nahe der brandenburgischen Stadt MĂŒhlberg befand sich damals ein fĂŒr das ebenfalls befreite und auf Neuburxdorfer Flur liegende Kriegsgefangenenlager Stalag IV B eingerichtetes Lazarett, in das einige der Überlebenden nach der Befreiung gebracht wurden. Die dort Verstorbenen, deren Namen und Daten ungenau registriert wurden, liegen in einem Sammelgrab mit Kriegsgefangenen und deutschen Kriegsopfern. Ein inzwischen in Israel lebender Mann, der als Kind den Verlorenen Transport ĂŒberlebte, besuchte 1998 die GedenkstĂ€tte und ließ seiner dort verstorbenen Mutter eine Gedenktafel aus Sandstein setzen, mit der unter einem Davidstern stehenden Inschrift:cite-ref-35[35]

„Louise Asscher, Geb. Van Geldern: Bergen-Belsen-Tröbitz-Stalag IV B“

Weitere GedenkstÀtten und Grabstellen

Weitere Opfer wurden im sÀchsischen Zeithain sowie entlang der Fahrtstrecke des Zuges in Brandenburg und Niedersachsen begrabencite-ref-36[36]:

‱ Lagerbahnhof Bergen-Belsen
‱ Bahnstrecke Soltau–Munster am Bahnkilometer 17,4 – 3 unbekannte Tote ruhen auf der KriegsgrĂ€berstĂ€tte Hötzingen-StĂŒbeckshorn.
‱ Bahnstrecke Munster–Uelzen am Bahnkilometer 13,4 – 4 unbekannte Tote ruhen auf der KriegsgrĂ€berstĂ€tte Ebstorf.
‱ Bahnstrecke Uelzen–LĂŒneburg am Bahnkilometer 115,4 – 12 Tote, acht von ihnen ruhen heute auf der KriegsgrĂ€berstĂ€tte Wichmannsburg.
‱ Bahnhof LĂŒneburg – 12 Tote, elf von ihnen ruhen heute auf der KriegsgrĂ€berstĂ€tte am Tiergarten in LĂŒneburg.
‱ Bahnhof BĂŒchen
‱ Bahnhof Hagenow
‱ Bahnhof Wittenberge – dort wurden 26 Tote ausgeladen, ihr Verbleib ist unbekannt.

In Israel wurde zum Gedenken an die Toten des Zuges und an alle Tröbitzer BĂŒrger, welche mithalfen, das Leid zu lindern, im Jahr 1992 durch eine jĂŒdische Stiftung ein kleiner Wald angepflanzt.cite-ref-37[37]

Sonstige Aufarbeitung

Die Begegnung mit den Überlebenden des Verlorenen Zuges und die Hilfeleistungen sowie die Schreckenszeit der Typhus-Epidemie und die hohe Zahl der TodesfĂ€lle im Jahre 1945 wurden zu einer ZĂ€sur in der Ortsgeschichte von Tröbitz und prĂ€gten fortan ihre Bewohner. Erwachsene und auch SchĂŒler pflegten die im Ort geschaffenen GedenkstĂ€tten. Die Tröbitzer Einwohnerin Erika Arlt, welche selbst erst in den 1950er Jahren zugezogen war, versuchte in mĂŒhsamer Kleinarbeit die Schicksale der Überlebenden zu erforschen, legte eine Chronik an, sammelte Dokumente und knĂŒpfte Kontakte mit den Überlebenden des Zuges oder ihren Angehörigen.

Siehe zum Thema auch

‱ Im Rahmen des Holocausts kam es in den letzten Kriegsmonaten an vielen Orten von Vernichtungs-, Konzentrations- oder Zwangsarbeitslagern zu so genannten Endphaseverbrechen an HĂ€ftlingen.

‱ Die Deportation deutscher Juden wurde technisch in enger Zusammenarbeit der Reichsbahn mit dem Transportspezialisten des Reichssicherheitshauptamts, Amt IV B 4 (Judenangelegenheiten, RĂ€umungsangelegenheiten), Adolf Eichmann geplant und durchgefĂŒhrt. Den Mitarbeitern der Bahn war entlang der gesamten Fahrstrecke die Beladung der ZĂŒge und ihr Zweck nicht verborgen zu halten. Auf Grund der schriftlichen AnkĂŒndigung im internen Fahrplan waren sie fĂŒr die Bahnmitarbeiter eindeutig als HĂ€ftlingstransport zu identifizieren. Deportationsmahnmale an Bahnhöfen/mit Bahnbezug gibt es in Deutschland heute u. a. in Berlin, Bf. Grunewald, Hamburg-Winterhude und Stuttgart, ehemaliger Nordbahnhof.

Literatur

Forschungsliteratur

‱ Erika Arlt: Die jĂŒdischen GedenkstĂ€tten Tröbitz, Wildgrube, Langennaundorf und Schilda im Landkreis Elbe-Elster. Hrsg.: Landkreis Elbe-Elster, Herzberg 1999.
‱ Wolfgang Benz, Barbara Distel (Hrsg.): Der Ort des Terrors. Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager. Band 7: Niederhagen/Wewelsburg, Lublin-Majdanek, Arbeitsdorf, Herzogenbusch (Vught), Bergen-Belsen, Mittelbau-Dora. C.H. Beck, MĂŒnchen 2008, ISBN 978-3-406-52967-2.
‱ Bezirkskabinett fĂŒr außerunterrichtliche TĂ€tigkeit (Hrsg.): TodesmĂ€rsche 1945 im Gebiet des heutigen Bezirkes Cottbus. Heft, Cottbus, 1985
‱ Rudolf Matthies: „Juden in unserer Heimat“ in „Heimatkalender fĂŒr den Kreis Bad Liebenwerda 1963“. Hrsg.: Arbeitskreis fĂŒr Heimatliteratur im Deutschen Kulturbund Kreis Bad Liebenwerda. Bad Liebenwerda 1963, S. 131 bis 135.
‱ Regina Scheer: Der Umgang mit den DenkmĂ€lern. Eine Recherche in Brandenburg. Hrsg.: Brandenburgische Landeszentrale fĂŒr Politische Bildung, und: Ministerium fĂŒr Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, Potsdam 2003 (PDF).
‱ Bettina Zeugin (Hrsg.): Die Schweiz und die deutschen Lösegelderpressungen in den besetzten Niederlanden. Vermögensentziehung, Freikauf, Austausch 1940–1945. Beiheft zum Bericht „Die Schweiz und die FlĂŒchtlinge zur Zeit des Nationalsozialismus“. UnabhĂ€ngige Expertenkommission Schweiz–Zweiter Weltkrieg, Bern 1999, ISBN 3-908661-09-9 (PDF).
‱ Rainer Bauer (Hrsg.): Erika und Richard Arlt: zwei Leben fĂŒr die DDR: ein deutsches Geschichtsbuch. verlag am park, Berlin 2017, ISBN 978-3-945187-90-6.

TagebĂŒcher und Erinnerungen von Überlebenden

‱ Hans-Dieter Arntz: Der Verlorene Zug. In: Der letzte JudenĂ€lteste von Bergen-Belsen. Helios Verlag, Aachen 2012, ISBN 978-3-86933-082-2, S. 449–530.
‱ Alison Leslie Gold: Erinnerungen an Anne Frank – Nachdenken ĂŒber eine Kinderfreundschaft. Mit einem Nachwort von Lea Rosh, Ravensburger Buchverlag, Ravensburg 1998 (= Ravensburger junge Reihe), ISBN 3-473-35185-7 (dt. Übers.; engl. Originaltitel: Memories of Anne Frank).
‱ Abel J. Herzberg: Zweistromland. Tagebuch aus Bergen-Belsen. Erev-Rav-Verlag, Wittingen, 1997 (= Erev-Rav-Hefte: Gedenken, Nr. 1), ISBN 3-932810-00-7 (dt. Übers.; niederl. Originaltitel: Tweestromenland).
‱ Arieh Koretz: Bergen-Belsen. Tagebuch eines Jugendlichen. Wallstein, Göttingen 2011, ISBN 978-3-8353-0899-2.
‱ Renata Laqueur: Bergen-Belsen Tagebuch: 1944, 1945. FackeltrĂ€ger-Verlag, Hannover, 3. Auflage, 1995, ISBN 3-7716-2308-1 (dt. Übers.; niederl. Originaltitel: Dagboek uit Bergen-Belsen maart 1944 Ă  april 1945).
‱ Felix Hermann Oestreicher: Ein jĂŒdischer Arzt-Kalender. Durch Westerbork und Bergen-Belsen nach Tröbitz. Konzentrationslager-Tagebuch 1943–1945. Hrsg.: Maria Goudsblom-Oestreicher und Erhard Roy, 1. Aufl., Hartung-Gorre-Verlag, Konstanz 2000, ISBN 3-89649-411-2.
‱ Lila Perl, Marion Blumenthal-Lazan: Vier kleine Kiesel: die Geschichte der Familie Blumenthal aus Hoya. Hrsg.: Verein Heimatmuseum Grafschaft Hoya (Selbstverlag), Hoya 1996 (= limitierte, nicht kommerzielle dt. Ausgabe; engl. Originaltitel: Four perfect pebbles: a Holocaust story).
‱ Schlomo Samson: Zwischen Finsternis und Licht. 50 Jahre nach Bergen-Belsen. Erinnerungen eines Leipziger Juden. Verlag Rubin Mass, Jerusalem 1995, ISBN 965-09-0054-3.
‱ Werner Weinberg: Self-Portrait of a Holocaust. Jefferson, North Carolina und London 1985.

Zeitungsartikel

‱ Hans Arnold: Wie konnte das geschehen?. In: Liebenwerdaer Kreiszeitung. Nr. 11, 18. MĂ€rz 1965cite-ref-38[38]
‱ Hans-Joachim Pohl: Der verlorene Transport. In: Verkehrsgeschichtliche BlĂ€tter. 25. Jahrgang, Berlin 1998, S. 120–124.
‱ Schreckliche Tragödie am Schienenrand. In: Lausitzer Rundschau. Regionalausgabe Finsterwalde, 4. Oktober 2003
‱ Schipkau – eine Leidensstation jĂŒdischer HĂ€ftlinge. In: Lausitzer Rundschau. Regionalausgabe Senftenberg, 16. April 2005
‱ Wir waren blutjung. In: Lausitzer Rundschau. Regionalausgabe Senftenberg, 20. April 2005
‱ Weiße TĂŒcher flatterten an den 46 Waggons. In: Lausitzer Rundschau. Regionalausgabe LĂŒbbenau/Calau, 20. April 2005
‱ Eine Kerze fĂŒr die toten Juden von Tröbitz. In: Lausitzer Rundschau. Regionalausgabe Finsterwalde, 24. April 2007
‱ Verlorene Erinnerung. In: Potsdamer Neueste Nachrichten, 13. April 2013

Dokumentationen (Film)

‱ Hans-JĂŒrgen Hermel: Der verlorene Zug. Auf den RĂ€dern der Reichsbahn durch die Hölle. Fernsehdokumentation des NDR, 1999.cite-ref-39[39]
‱ Nina RĂŒcker: Hannah Pick: Die Schulfreundin Anne Franks. Dokumentarfilm in Zusammenarbeit mit dem Anne-Frank-Zentrum Berlin, 2003.cite-ref-40[40]
‱ Rundfunk Berlin-Brandenburg: Erinnerung an HĂ€ftlingsirrfahrt in Brandenburg aktuell, 23. April 2013, 19:30 Uhr (3:32 min).cite-ref-41[41]

Weblinks

Commons

: Der verlorene Zug

– Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

‱ Verlorener Transport („lost transport“) auf der Website der Gemeinde Tröbitz
‱ Der verlorene Zug von Tröbitz, Beitrag von Heide Kramer
‱ Materialien zum Verlorenen Transport aus dem Archiv von Erika Arlt - und mehr auf den Internetseiten des Arlt-Archivs.

Interviews und Berichte von Überlebenden

‱ Interview mit Hannah Pick-Goslar in der FAZ
‱ Auszug der Tagebuchaufzeichnungen der Überlebenden Renata Laqueur
‱ Die Geschichte der ĂŒberlebenden Familie Rosenberg mit Bildern verschiedener Dokumente (englisch)

Interviews und Berichte von Befreiern

‱ Interview mit George C. Gross mit Bildern vom 1. Zug in Farsleben (englisch)

Karten

‱ Lagekarte des jĂŒdischen Friedhofs in Tröbitz
‱ Lage des JĂŒdischen Friedhofs in Tröbitz: j-discher-friedhof-in-tr-bitz51° 35â€Č 36,5″ N, 13° 25â€Č 23,9″ O51.59347213.423308

Einzelnachweise

cite-note-11. ↑ Thomas Rahe: Bergen-Belsen Stammlager. In: Wolfgang Benz und Barbara Diestel: Der Ort des Terrors. Band 7, MĂŒnchen 2008, ISBN 978-3-406-52967-2, S. 212.
cite-note-21. Verlorene Erinnerung. In: inforiot.de. Abgerufen am 4. Februar 2022.
cite-note-32. Nach der Webseite kz-zuege.de von Heinz Tödter, basierend auf „Nur Gott der Herr kennt ihre Namen“, herausgegeben von Sigrun Wulf, Selbstverlag, 1991. ISBN 3-927594-12-1. aufgerufen 23. Apr. 2010.
cite-note-43. Heimatkalender fĂŒr den Landkreis Bad Liebenwerda, 1995, S. 90.
cite-note-54. Erika Arlt: Die jĂŒdischen GedenkstĂ€tten usw., 1999.
cite-note-65. Hans-Joachim Pohl: Der verlorene Transport. Verkehrsgeschichtliche BlĂ€tter, 25 Jahrgang, Berlin 1998, S. 120–124.
cite-note-77. ↑ Daniel Blatman: Die TodesmĂ€rsche – EntscheidungstrĂ€ger, Mörder und Opfer. In: Ulrich Herbert, Karin Orth und Christoph Dieckmann: Die nationalsozialistischen Konzentrationslager. Fischer TB, Frankfurt 2002, ISBN 3-596-15516-9, Band 2, S. 1068.
cite-note-88. ↑ Thomas Rahe: Bergen-Belsen Stammlager. S. 212. Siehe auch, dazu den Artikel Konzentrationslager Bergen-Belsen
cite-note-bebe-99. ↑ Eberhard Kolb: Bergen-Belsen. Vom „Aufenthaltslager“ zum Konzentrationslager 1943–1945. Vandenhoeck und Ruprecht, Göttingen, 1986, S. 72.
cite-note-1010. ↑ farsleben.de (Memento vom 10. MĂ€rz 2009 im Internet Archive)
cite-note-1111. ↑ celle-im-nationalsozialismus.de (Memento vom 10. September 2003 im Internet Archive)
cite-note-1212. ↑ Hans-Joachim Pohl: Der verlorene Transport. In: Verkehrsgeschichtliche BlĂ€tter. 25 Jahrgang, Berlin 1998, S. 122.
cite-note-1313. ↑ Abel J. Herzberg: Zweistromland. usw. 1997, S. 246.
cite-note-1414. ↑ Vor 75 Jahren - Truppen der Roten Armee befreien den "Verlorenen Zug". In: Deutschlandfunk. Abgerufen am 31. Juli 2020.
cite-note-1515. ↑ Bezirkskabinett fĂŒr außerunterrichtliche TĂ€tigkeit (Hrsg.): TodesmĂ€rsche 1945. usw. Cottbus, 1985, S. 35.
cite-note-166. Renata Laqueur: Bergen-Belsen Tagebuch. usw. 1995, S. 136.
cite-note-1717. ↑ Seite 115. (Memento vom 2. Dezember 2007 im Internet Archive) (PDF; 1,6 MB)
cite-note-1818. ↑ Heimatkalender fĂŒr den Landkreis Bad Liebenwerda. 1995, S. 89–94.
cite-note-1919. ↑ bei geschichtsunterricht-online.de/
cite-note-2020. ↑ Bleiweiß wurde in Tröbitz oft „Richard“ gerufen (eigentlich der Name seines „Rettervaters“), weil „Celino“ in Sachsen ein sehr ungewöhnlicher Name war. Sein wirklicher Name ist noch ein anderer – siehe Celino Bleiweiß.
cite-note-2121. ↑ dbnl.nl/
cite-note-2222. ↑ flamersheim.de/ (Memento vom 25. Oktober 2007 im Internet Archive)
cite-note-2323. ↑ Susanne Esch: Stolpersteine in Köln: Erinnerung an vier ehemalige SchĂŒler des Gymnasiums Kreuzgasse. In: Kölner Stadt-Anzeiger. DuMont, Köln 26. MĂ€rz 2019.
cite-note-247. Renata Laqueur: Bergen-Belsen Tagebuch. usw, 1995, S. 101–102.
cite-note-258. Abel J. Herzberg: Zweistromland. usw. 1997, S. 237.
cite-note-269. Vortrag anlÀsslich des 60. Jahrestages der Befreiung am 15. April 2005 in der GedenkstÀtte Bergen-Belsen
cite-note-2727. ↑ Felix Hermann Oestreicher: Ein jĂŒdischer Arzt-Kalender. usw., 2000, S. 204.
cite-note-2828. ↑ Erika Arlt: Die jĂŒdischen GedenkstĂ€tten im Landkreis Elbe-Elster. usw., S. 17–39. (Diese Namensliste entspricht weitestgehend der AuffĂŒhrung der Namen auf den Granitplatten der Gedenkwand. Grundlage waren hier die Totenlisten des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz, Amsterdam.)
cite-note-2929. ↑ Ernst Gottfried Lowenthal: Levie, Werner. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 14. Duncker & Humblot, Berlin 1985, ISBN 3-428-00195-8, S. 398 (deutsche-biographie.de).
cite-note-erika-arlt-2-3030. ↑ Arlt: Die jĂŒdischen GedenkstĂ€tten Tröbitz, Wildgrube, Langennaundorf und Schilda im Landkreis Elbe-Elster, S. 69–80.
cite-note-3131. ↑ lr-online.de: Tröbitz erinnert an „Verlorenen Transport“ vor 64 Jahren (Memento vom 4. September 2012 im Webarchiv archive.today)
cite-note-3232. ↑ Dieter Babbe: KZ-Ausstellung jetzt in ehemaliger Kirche. In: Lausitzer Rundschau. Regionalausgabe Finsterwalde, 4. April 2009
cite-note-3333. ↑ „Schipkau – eine Leidensstation jĂŒdischer HĂ€ftlinge“ in Lausitzer Rundschau, Regionalteil: Senftenberg, 16. April 2005
cite-note-3434. ↑ Seite 116. (Memento vom 2. Dezember 2007 im Internet Archive) (PDF; 1,6 MB)
cite-note-3535. ↑ politische-bildung-brandenburg.de/publikationen/
 Seite 118 (Memento vom 2. Dezember 2007 im Internet Archive) (PDF; 1,6 MB)
cite-note-3636. ↑ Hans-Joachim Pohl: Der verlorene Transport. In: Verkehrsgeschichtliche BlĂ€tter. 25 Jahrgang, Berlin 1998, S. 121.
cite-note-3737. ↑ Heimatkalender fĂŒr den Landkreis Bad Liebenwerda. 1995, S. 89–94.
cite-note-3838. ↑ Zitiert nach Bezirkskabinett fĂŒr außerunterrichtliche TĂ€tigkeit (Hrsg.): TodesmĂ€rsche 1945 
 usw., 1985
cite-note-3939. ↑ Dazu bei phoenix.de (Memento vom 29. September 2007 im Internet Archive)
cite-note-4040. ↑ Dazu Bericht von Heide Kramer bei hagalil.com/, November 2003; aufgerufen am 23. Apr. 2010
cite-note-4141. ↑ mediathek: Erinnerung an HĂ€ftlingsirrfahrt. In: rbb-online.de. Ehemals im Original (nicht mehr online verfĂŒgbar); abgerufen am 4. Februar 2022.@1@2Vorlage:Toter Link/mediathek.rbb-online.de (Seite nicht mehr abrufbar. Suche in Webarchiven)